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August 2011

Liebe IsraelfreundeNAI 08.2011

Auch für uns, die wir an die Wahrheit und Zuverlässigkeit der Bibel glauben, ist es nicht immer leicht, die biblischen Aussagen und Prophezeiungen in ihrer Bedeutung richtig zu verstehen und einzuordnen. Darum ist es wichtig, immer das Gesamtzeugnis der ganzen Heiligen Schrift im Auge zu haben. Diese Problematik sprach Paulus offensichtlich an, als er an Timotheus, seinem getreuen Nachfolger, schrieb: «Strebe eifrig darnach, dich Gott als bewährt zu erweisen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt» (2.Tim 2,15).

Diese Problematik ist von besonderer Bedeutung, wenn es um das aktuelle Geschehen in und mit Israel geht. So stellt sich zum Beispiel die Frage: Ist die Besiedlung des sogenannten Westufers durch Juden die Erfüllung biblischer Prophetie? So sahen es auf jeden Fall zur Zeit der ersten Siedlungen die Leute der Gush-Emunim-Bewegung (Block der Glaubensgetreuen), und dabei beriefen sie sich auf die Bibel, so wie etwa auf die Stelle in Jeremia 31,5: «Du wirst auf den Höhen Samarias wieder Weinberge pflanzen; die sie angelegt haben sollen sie auch geniessen.»

Als damals die ersten Siedlungen entstanden, kam auch Gush Emunim als eine politische Partei aus religiösen und nichtreligiösen Juden auf. Das, was sie verband, war die Überzeugung, dass das Westufer jüdisch besiedelt werden muss. Dieses Bündnis hielt jedoch nicht lange, weil so eine Ideologie ohne religiöse Überzeugung einem Widerstand, wie ihn die Siedlerbewegung erlebt, nicht standhalten konnte. So sind es heute vorwiegend religiöse Juden, die die Siedlungsbewegung anführen. Die erstaunliche innere Kraft, die sie durch den Bau von immer mehr neuen Siedlungen zeigen, schöpfen sie zweifellos aus ihrer religiösen Überzeugung.

Für uns als Freunde Israels stellt sich nun unweigerlich die Frage: Gelten diese Prophezeiungen (so wie die angeführte) für diese Zeit oder gelten sie (so wie viele andere) für die Zeit nach dem Kommen des Messias, also für die Zeit des Tausendjährigen Reiches? Aus dem biblischen Zusammenhang, wie etwa aus den vorhergehenden Stellen (besonders aus Jer 30,9), können wir erkennen, dass in diesem Abschnitt der Prophet von Zuständen redet, wie sie erst im kommenden messianischen Reich herrschen werden.

Damit sehen wir, wie die Interpretation biblischer Prophetie in Israel sogar ein aktuelles politisches Problem darstellen kann, mit dem sich Politiker auseinandersetzen müssen. In viel tragischerer Weise geschah dies im Jahre 66, als der jüdische Aufstand gegen Rom ausbrach. Spätestens als die römischen Truppen nach der Unterwerfung Galiläas nach Jerusalem zogen und mit der Belagerung der Stadt begannen, erkannte die aristokratische Oberschicht, dass es nun höchste Zeit sei, nach einer Friedensregelung mit Rom zu suchen. Ansonsten würde das Ganze in einer Katastrophe enden, was dann auch geschah. Doch die damaligen radikalen politischen Führer wollten davon nichts wissen, da sie angeblich davon überzeugt waren, dass der Messias kommen würde, um sie zu retten.

Es gibt den Ausspruch: «Die Geschichte wiederholt sich». Leider ist diese Aussage oft nur allzu wahr, weil die Menschen ihr Verhalten gegen Gott nicht ändern, obwohl Gott Sein Wort gegeben hat, worin Er den guten und geraden Weg vorzeigt.

Im Blick auf die Tagespolitik Israels muss uns immer wieder klar sein, dass wir noch nicht die Zeit des angekündigten Friedensreiches erreicht haben. Das Nächste auf der Agenda Gottes ist das Kommen des verheissenen Messias zur Aufrichtung Seines Reiches. Und damit sind viele biblische Verheissungen, die Israel gegeben wurden, heute noch nicht aktuell. Aufgrund der biblischen Aussagen muss uns allen klar sein, dass zuvor die schrecklichste Zeit über diese Erde kommen wird, eine Zeit, so wie sie nie gewesen ist seit Menschen auf dieser Erde leben (Offb 16,18).

Uns, die wir Seinen Willen kennen, ist aufgetragen, für die in Verantwortung Stehenden zu beten, damit sie nach dem Willen Gottes fragen, um richtig entscheiden zu können.

In dieser Verantwortung verbunden grüsst Sie mit Shalom

Ihr Fredi Winkler

 

Link: PDF Downlaod bei MNR

 
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