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Februar 2011

Liebe IsraelfreundeNAIDE2011-02

Nach mehr als vier Jahre dauernden Untersuchungen wurde Moshe Katsav, der 8. Präsident Israels, am 30. Dezember aller gegen ihn erhobenen Anklagen der Vergewaltigung, sexueller Belästigung und unzüchtiger Handlungen unter Anwendung von Gewalt für schuldig erklärt. Für Israel war dies ein Tag der Schande und der Scham, zumal die Berichte darüber auf der ganzen Welt Schlagzeilen machten, und das besonders auch in der Israel feindlich gesinnten arabischen Welt.

Dagegen erklärte die Hauptanklägerin Ronit Amiel, dass die Verurteilung Katzavs für Israel auch ein Grund zum Stolz sei, weil sie zeige, dass das Justizsystem und die Demokratie in Israel funktioniere, indem vor dem Gesetz alle gleich seien und dass, wenn nötig, auch Staatsoberhäupter vor Gericht gestellt und gleich wie andere Bürger behandelt würden. Sie lobte auch das Hauptopfer und die wichtigste Zeugin, die trotz anonymer Drohbriefe den ganzen Prozess hindurch standgehalten habe.

Staatsanwalt Moshe Lador erklärte in einer Pressekonferenz den Tag ebenfalls als sehr schwierig in der Geschichte des Staates Israel. Trotzdem zeige der Tag auch einen positiven Lichtpunkt für die Demokratie Israels. Es gäbe nur wenig Staaten und Demokratien, die ihren Präsidenten unter Anklage der Vergewaltigung stellen und mit der ganzen Schwere des Gesetzes verurteilen würden.
Natürlich steigt bei allem, was in diesem Fall geschehen ist, die Frage auf: Wie konnte es in Israel überhaupt so weit kommen, dass so eine hochstehende Persönlichkeit wie der Präsident so tief fallen konnte? Erstens muss man sagen, dass der Fall Katsav diesbezüglich nicht der erste ist. Die israelische Gesellschaft ist traditionell eine, in der die Männer führend sind. Das hat bestimmt auch damit zu tun, dass die allgemein vorherrschende Männerdomäne, die Armee, in Israel eine wichtige Rolle spielt. Das rechtfertigt natürlich in keiner Weise, dass die Frauen deswegen als Freiwild angesehen werden. Doch leider gehört dies in so einer Gesellschaft oft zum «guten Ton».

Erfreulicherweise kann man nun sagen, dass sich diesbezüglich einiges am Ändern ist. Die Frauen sind nicht mehr bereit, das Machoverhalten der Männer hinzunehmen und haben den Mut, nein zu sagen. Doch leider gibt es immer wieder Männer, die das nicht begreifen wollen.
Es ist bedauerlich, dass Israel auf diese Weise «Berühmtheit» erlangt hat. Allerdings weist alles darauf hin, dass Israel entschlossen beweisen will, in solchen Fällen nicht mehr bereit zu sein, das Ansehen einer Person zu dulden, weil die Übergriffe auf diesem Gebiet wirklich zur Plage geworden sind. Anfänglich hatte nämlich die Staatsanwaltschaft den Vorschlag gemacht, die Sache durch einen Ausgleich zu regeln. Dies lehnte dann aber Katsav selbst ab und ging zur Gegenoffensive über. Gerade dies wurde ihm dann zum Verhängnis.

Nun ist zu hoffen, dass Israel durch die Verhängung einer gerechten Strafe, die keine Rücksicht auf die Person nimmt, weltweit Berühmtheit erlangt, als ein Land, dessen Rechtssystem nicht gebeugt werden kann und dessen Bürger alle vor dem Gesetz gleich sind, auch wenn es um das höchste Staatsoberhaupt geht, damit etwas von dem sichtbar wird, was in Jesaja 1,26-27 steht: «Ich will deine Richter wiederherstellen wie in der ersten Zeit und deine Ratgeber wie im Anfang. Danach wird man dich nennen: Stadt der Gerechtigkeit, treue Stadt. Zion wird erlöst werden durch Recht und die, die in ihm umkehren, durch Gerechtigkeit.»

In der festen Gewissheit, dass Gott alle Verheissungen in Seinem Wort einlösen wird, grüsst Sie herzlich mit Shalom aus Israel

Ihr Fredi Winkler

Link: PDF Downlaod bei MNR

 
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