März 2010
Liebe Israelfreunde
Im November 2005, also 60 Jahre nach dem Holocaust, wurde der 27. Januar, der Tag, an dem das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1945 von Truppen der Roten Armee befreit wurde, von den Vereinten Nationen zum internationalen Gedenktag erklärt. In diesem Jahr hat Israel den Veranstaltungen in Deutschland und Polen besondere Bedeutung beigemessen. Der israelische Präsident Shimon Peres nahm an den Gedenkfeiern in Deutschland teil, und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu war in Polen. Dort wies er in seiner Rede darauf hin, dass im Iran ein neuer «Amalek» die Weltbühne betreten habe. Mit dieser Anspielung auf ein Bibelzitat aus 5.Mose 25,17 («Gedenke daran, was Amalek dir getan hat») wollte Netanjahu auch beim Gedenken an den Holocaust zum Ausdruck bringen, wie besorgt Israel über die Drohungen aus dem Iran ist. Israel braucht weltweit Verbündete, um sich gegen diese Bedrohung zur Wehr zu setzen. Auch aus diesem Grund hat Israel den Gedenkfeiern in Polen und Deutschland eine so grosse Bedeutung beigemessen. Nur durch einen internationalen Boykott gegen den Iran, vor allem durch die führenden Industrienationen, besteht die Chance, den Bau einer iranischen Atombombe vielleicht noch zu verhindern. Die Bemühungen auf diesem Gebiet haben auch schon zu Ergebnissen geführt. So hat zum Beispiel die deutsche Firma Siemens ein Handelsabkommen mit dem Iran annulliert.
Im Zusammenhang mit den Bemühungen Israels, möglichst viele Verbündete gegen den Iran und die von diesem Land ausgehende Bedrohung zu mobilisieren, steht wahrscheinlich auch der Staatsbesuch des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Als der Politiker Anfang Februar in Israel war, bezeichnete Netanjahu ihn als einen der grössten Freunde Israels. Bei seinem Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sagte Berlusconi, er verstehe, wie stark die schreckliche Vergangenheit des jüdischen Volkes die heutigen Entscheidungen der israelischen Regierung präge. Im Hinblick auf diejenigen, die erneut die Existenz des jüdischen Volkes in Frage stellen, versicherte Berlusconi, dass die internationale Gemeinschaft gegen diese Bedrohung aufstehen und sich dafür einsetzen werde, damit so etwas nie mehr geschehe. Der Besuch der italienischen Regierungsvertreter in Israel solle die Liebe und Anerkennung der Italiener und die enge Verbundenheit der beiden Völker und Länder zum Ausdruck bringen. «Wir sind hier, um unsere Anerkennung und unseren Stolz zu bekunden, dass wir ein Teil der jüdisch-christlichen und somit der europäischen Kultur sind.»
Auf diese wohlgemeinten Äusserungen von Berlusconi entgegnete Netanjahu wie schon der zionistische Visionär Theodor Herzl auf die Frage nach den Überlebenschancen eines jüdischen Staates in dieser gefährlichen Region, dass dessen Schicksal unweigerlich von dem der westlichen Welt abhängen werde. Die beiden Völker hätten einen entscheidenden Beitrag zur westlichen Kultur geleistet, deren Fundamente in Rom und Jerusalem gelegt worden seien. Deshalb sei es von entscheidender Bedeutung, dass die beiden Länder angesichts ihrer ruhmreichen Vergangenheit entschlossen zusammenstehen, um ihre gemeinsame Zukunft zu verteidigen.
Ein israelischer Kommentator sagte zu dieser bemerkenswerten Entwicklung in den Beziehungen Israels zu den europäischen Staaten, es sei erstaunlich, dass Länder wie Deutschland, Polen und Italien, die einst zu den schlimmsten Feinden des jüdischen Volkes zählten, zu den besten Freunden und Verbündeten Israels geworden seien. Dieses «westliche Bündnis» ist wohl auch eine Reaktion auf die Verschwörung der Feinde Israels, die behaupten, der Anschlag auf das World Trade Center und die Terroranschläge in europäischen Städten seien nur deswegen begangen worden, weil Amerika und der Westen hinter Israel stünden. Einmal mehr erkennen wir, wie sich an Israel die Geister scheiden und sich die in der Bibel erwähnten Szenarien immer deutlicher abzeichnen.
In der Gewissheit, dass Gott wie damals bei Amalek seine grosse Macht offenbaren wird und Er will, dass wir wie einst Mose heilige Hände zu Ihm empor heben, grüsst sie mit einem herzlichen Shalom
Ihr Fredi Winkler
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