Januar 2010
Liebe Israelfreunde
Als Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Anfang November zu einem Besuch in die Vereinigten Staaten aufbrach, gerieten die israelischen Medien schier ausser sich, weil niemand wusste, ob Präsident Obama ihn überhaupt empfangen wollte, und wenn ja, was die beiden Politiker miteinander besprechen würden. Nach dem dann doch stattgefundenen Treffen endeten die Besprechungen nicht wie üblich mit einer gemeinsamen Pressekonferenz. Dadurch stieg die Spannung in den Medien weiter. Netanjahu erklärte damals nur, dass man über wichtige Themen gesprochen habe und sich alles Weitere später ergeben werde.
Der am 25. November vom israelischen Ministerpräsidenten verkündete Regierungsbeschluss, den Siedlungsbau in den Palästinensergebieten zunächst zehn Monate lang einzufrieren, ist für Netanjahu und sein Kabinett tatsächlich eine dramatische Entscheidung, die sogar den Fortbestand seiner Regierung gefährden könnte. Für Netanjahu selbst war dieser Schritt wohl eine innere Zerreissprobe, zumal er den Siedlungsbau immer als nationale Priorität angesehen hat. Doch der Entschluss, der Forderung des amerikanischen Präsidenten Obama nachzugeben und den Siedlungsbau vorerst einzustellen, zeigt einmal mehr den hohen Stellenwert der strategischen Partnerschaft zwischen Israel und den USA.
Für Obama ist der Siedlungsstopp wichtig, weil er die Unterstützung und das Wohlwollen der gemässigten arabischen Staaten für die Fortführung des so genannten Friedensprozess braucht und eine Normalisierung ihrer Beziehungen zu Israel erreichen will. Schliesslich hat der amerikanische Präsident einen umfassenden Frieden im Nahen Osten zu seinem vorrangigen Ziel erklärt. Zwar hat die israelische Regierung durch neue Bauprojekte im erweiterten Stadtgebiet von Jerusalem klar signalisiert, dass sie für diese Stadt keinen Baustopp akzeptieren will; im Übrigen war sie jedoch gezwungen, den Forderungen der USA nachzugeben.
Diese Entwicklung zeigt uns, dass auch eine mehrheitlich rechtsgerichtete Regierung in Israel wegen ihrer Abhängigkeit von den USA letztendlich nicht machen kann was sie will. Ein weiterer Beweis dafür ist der einschneidende, neue Schritt in der zielbewussten Nahost-Politik von Präsident Obama. In naher Zukunft wird sich diese Entschlossenheit des amerikanischen Präsidenten noch deutlicher herauskristallisieren.
Wir können an den aktuellen Ereignissen aber auch erkennen, dass der so genannte Friedensprozess, der in der Gründung eines Palästinenserstaates gipfeln soll, trotz einer rechtsgerichteten Regierung in Israel nicht aufzuhalten ist und der in der Bibel erwähnte Zustand eines scheinbaren Friedens schliesslich eintreten wird.
Weil die Erfüllung der biblischen Prophetie ein so klarer Beweis für die Wahrheit der Bibel ist, werden wir auch im neuen Jahr versuchen, die Ereignisse im Nahen Osten im Lichte des Wortes Gottes zu deuten, damit wir erkennen, was sie uns zu sagen haben. Schliesslich wissen wir, dass sich hinter den Geschehnissen in und um Israel herum das mächtige Wirken Gottes zeigt. Jesus tadelte einst die Pharisäer und Sadduzäer, weil sie die Zeichen der Zeit nicht erkannten (Mt 16,1-4). Wir wollen deshalb wachsam sein, die Zeichen der Zeit richtig beurteilen und dementsprechend handeln (Lk 21,36).
Allen unseren Lesern möchten wir für ihre Verbundenheit und Unterstützung im vergangenen Jahr herzlich danken. Wir wünschen Ihnen für 2010 Gottes Geleit und Seinen reichen Segen!
Ihn Ihm, der unser Friede ist, grüsst Sie mit einem herzlichen Shalom
Ihr Fredi Winkler


