September 2009
Liebe Israelfreunde 
George Mitchell, der Nahost-Sonderbeauftragte der USA, erklärte bei seinem letzten Besuch in Israel, dass ein umfassender Frieden in der Region zu den vordringlichsten Zielen von Präsident Obama gehöre. Wie wichtig Obama eine Lösung des Nahostkonfliktes ist, zeigt die Ernennung von Gorge Mitchell zum Sonderbeauftragten. Bereits in der Vergangenheit hat Mitchell sich als zielstrebiger Unterhändler ausgezeichnet, indem er vor einigen Jahren einen Friedensschluss zwischen den verfeindeten Parteien in Nordirland zustande brachte. Ausserdem signalisierten die Besuche von Verteidigungsminister Robert Gates und des nationalen Sicherheitsberaters Jim Jones in Israel, dass Israel und der Nahe Osten tatsächlich zu den wichtigsten Anliegen von Präsident Obama gehören.
Bei den Gesprächen ging es unter anderem um die jüdischen Siedlungen im so genannten Westjordanland und vor allem in Ost-Jerusalem. Gerade jetzt, da von Israel ein totaler Baustopp in den Palästinensergebieten gefordert wird, hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu für ein Bauprojekt in Ost-Jerusalem grünes Licht gegeben. Damit wollte er zweifellos demonstrieren, dass Jerusalem nicht mehr geteilt werden soll und die Juden ein Recht haben, überall zu bauen - nicht nur in Jerusalem, sondern auch im Westjordanland. Im Hinblick auf die jüdischen Siedlungen dort erklärte Netanjahu, es sei nicht hinnehmbar, wenn ein zukünftiger Palästinenserstaat «judenrein» werde. Gerade die jüdischen Siedlungen im Westjordanland könnten zum Prüfstein werden und die Bereitschaft der Palästinenser zu einem friedlichen Zusammenleben mit den Juden erkennen lassen.
In Präsident Obamas Vision über den Nahen Osten geht es jedoch nicht nur um Israel und die Palästinenser, sondern auch um Syrien und den Libanon mit der gesamten umliegenden Region. Mitchell versicherte Israel, dass die Verpflichtung der USA in Bezug auf Israels Sicherheit nach wie vor gelte und die bestehenden Spannungen lediglich Meinungsverschiedenheiten unter Freunden seien, die sich lösen liessen.
Mitchell erklärte wie er bei Treffen mit den verschiedenen arabischen Führern, sie aufgefordert hätte, deutliche Schritte in Richtung einer Normalisierung einzuleiten und klare Aktionen gegen Aufhetzungen durch Worten oder Taten zu ergreifen, welche die Aussichten auf erfolgreiche Verhandlungen für einen umfassenden Frieden nur schwieriger machen könnten. Diese neue Friedensinitiative scheint ernsthafter zu sein als alle vorherigen. Die Tatsache, dass der amerikanische Präsident eine Friedenslösung im Nahen Osten zu seinem persönlichen Anliegen gemacht hat, verleiht den Bemühungen um einen Frieden zusätzliches Gewicht.
Diese Entwicklung passt auch in das Bild der biblischen Prophetie, das in dieser Zeitschrift schon oft zum Ausdruck gebracht wurde. Der dringende Aufruf Mitchells an die beteiligten Parteien, keine weiteren Zerwürfnisse zu provozieren, kann vielleicht vordergründig zu der von den Politikern angestrebten Friedensregelung führen, aber die tiefgründigen Unterschiede werden dadurch nicht beseitigt. Deshalb spricht der Prophet Sacharja in Kapitel 14, Vers 2 noch von einer zukünftigen Zweiteilung Jerusalems, bei der die Hälfte der Bewohner in die Gefangenschaft geführt wird. Wenn es so weit ist, wird jedoch der Herr selbst eingreifen (V.3). Die Dringlichkeit, mit der Obama eine Lösung des Nahost-Konflikts anstrebt, zeigt uns einmal mehr, wie schnell wir uns den Zuständen vor der Rückkehr unseres Herrn Jesus nähern.
In der Gewissheit, dass unsere Erlösung naht, mit Ihnen verbunden, grüsst Sie mit einem herzlichen Shalom
Ihr Fredi Winkler
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