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Liebe Israelfreunde...
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März 2013

Liebe Israelfreunde NAI_DE_2013_03

Obwohl bei den Parlamentswahlen in Israel keine allzu grosse Überraschung erwartet wurden, gab es doch einige. Zwar ist die Verteilung zwischen rechts und links beinahe gleich geblieben, und zwar mit 61 zu 59 ganz leicht zugunsten der Rechten. Wahrscheinlich nur Dank des Zusammenschlusses von Likud und Israel-Beitenu ist die Partei von Benjamin Netanjahu als die stärkste hervorgegangen. Sie wird die Regierung bilden, obwohl sie Stimmenverluste einstecken musste. Die Kadima-Partei, die im letzten Parlament eigentlich die stärkste Partei war, ist mit gerade 2 Sitzen noch knapp ins Parlament gekommen. Das plötzliche Aufsteigen und anschliessende Verschwinden von Parteien ist zu einer sich wiederholenden Erscheinung in Israel geworden. Sie zeigt, dass es in Israel ein relativ grosses Publikum gibt, das mit den traditionellen Parteien nicht zufrieden ist und nach einer Veränderung verlangt.

Als grosser Gewinner ging der junge, dynamische Yair Lapid mit seiner neuen Partei Yesch Atid (Es gibt eine Zukunft) hervor. Diese eroberte auf Anhieb 19 Sitze und wurde damit zur zweitstärksten Partei. Lapid war als Journalist tätig und hatte vor nicht allzu langer Zeit noch gesagt: «Ich werde nicht, so wie mein Vater, in die Politik gehen.» Sein Vater war ebenfalls Journalist und ging dann in die Politik, doch seine Partei verschwand später wieder, ohne etwas zu erreichen. Sein Hauptziel damals war, die Privilegien der religiösen Juden zu eliminieren. Sein Sohn ist nun trotz seiner Vorbehalte gegen eine politische Laufbahn in die Politik eingetreten und hat ähnliche Ziele wie sein Vater, aber er hat den Vorteil, dass er von den Fehlern seines Vaters lernen kann.

Noch ein junger, dynamischer Politiker ist neu in der politischen Landschaft Israels aufgestiegen, nämlich Naftali Bennett, der neue Vorsitzende der ultranationalen Partei Beit Hajehudi (Das jüdische Haus), die unter seiner Führung Stimmen dazu gewinnen konnte und auf 12 Sitze kam. Von ihrer politischen Einstellung her sind sie eigentlich natürliche Verbündete des Likud und von Netanjahu. Doch wegen persönlicher Differenzen ist das Verhältnis zwischen ihnen getrübt. Demgegenüber besteht eine persönliche Freundschaft zwischen Bennett und Lapid, die sie trotz ihrer verschiedenen politischen Standpunkte anscheinend zu Verbündeten hat werden lassen. Beide wollen mehr soziale Gerechtigkeit und eine gleichmässigere Verteilung der Bürden, was unter anderem bedeutet, dass die religiösen Juden nicht einfach vom Militärdienst befreit werden sollen, um sich nur dem Thorastudium zu widmen und dazu noch staatliche Unterstützung erhalten. Sie sollen ausserdem vermehrt berufstätig werden und einer geregelten Arbeit nachgehen. Diese vordringlichen Anliegen haben sie zu Verbündeten gemacht, obwohl es zwischen ihnen auch Punkte gibt, in denen sie gegensätzlicher Meinung sind, zumal die Partei von Benett auch eine mehrheitlich religiöse Partei ist, jedoch mit dem Unterschied, dass ihre Mitglieder in der Armee dienen. Auf jeden Fall sind sie zwei Politiker, von denen man noch hören wird und die, so wie es scheint, noch einflussreich sein werden im kommenden politischen Geschehen in Israel, gerade weil sie auch zur Folgegeneration gehören.

Doch wider Erwarten ist es für Netanjahu nicht gerade leicht, eine neue Regierung zu bilden, mit der er, so wie er hoffte, leichter als zuvor regieren kann.

Trotzdem bleibt zu hoffen, dass sich alles zum Besten für Israel auswirken wird, indem die nötigen Veränderungen realisiert werden können, die Sicherheit des Landes gewährleistet und eine Regelung mit den Palästinensern (obwohl dies kein direktes Wahlthema war) erreicht werden kann.

In dem Wissen, dass auch in politischen Entscheidungen Gott der Herr das letzte Wort zu sagen hat, grüsst Sie herzlich mit Shalom

 

Ihr Fredi Winkler

 

Link: PDF Downlaod bei MNR

 
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