September 2012
Liebe Israelfreunde 
In Israel ist das Geschehen im nördlichen Nachbarland Syrien ein Grund zur Sorge und zu tieferem Nachdenken. Das Ganze wird durch die politische und militärische Führung selbstverständlich mit der nötigen Aufmerksamkeit verfolgt. In der Zeitung Jerusalem Post erschien diesbezüglich ein Artikel, in dem der Schreiber Amotz Asa-El das Geschehen in Syrien im Licht von Hesekiel 38 und 39 betrachtet. Er schreibt dann: «Jetzt, wo ich dies schreibe, muss König Gog erst noch an die Tore Jerusalems gelangen.»
Er nimmt zuerst Bezug auf die vielen Gruppierungen, die im Machtkampf verwickelt sind, von den örtlichen ethnischen und religiösen Splittergruppen über die regionalen Machtblöcke bis zu den Supermächten und vergleicht sie dann mit Hesekiel 38,4-6. Dort wird in auffallender Weise genauso ein buntes Aufgebot an Völkergruppen geschildert. Weiter weist er darauf hin, dass die heutige Situation genau auf die Beschreibung passt, wie sie in Hesekiel 38,7-14 gegeben wird.
Asa-El wirft dann die Frage auf, was da vorgeht und wie Israel darauf reagieren soll. Er kommt zu dem Schluss, dass sich die Weltordnung im Nahen Osten, wie sie durch die Europäer nach Napoleon sowie dem Ersten Weltkrieg festgelegt wurde, in Auflösung befindet, und dass die verschiedenen Machtblöcke versuchen, ihren Einfluss geltend zu machen.
Er sieht zuerst die zwei regional rivalisierenden Mächte Iran und Türkei und darüber hinaus die zwei Supermächte Russland und die USA. Dann analysiert er die Gründe, warum Russland überhaupt so nachhaltig hinter Asad und seinem Regime steht. Für Russland sei Syrien ein wichtiger Stützpunkt, zumal sich im Hafen von Tartus der einzige russische Marinestützpunkt ausserhalb der russischen Küsten befinde. Zudem liege er in den sogenannten «warmen Gewässern», wohin die Russen seit den Tagen von Peter dem Grossen einen Drang hätten. Dass die Türkei die Opposition in Syrien unterstütze und sich damit gegen Asad und sein durch die Alawiten gestütztes Regime stelle, provoziere nicht nur den Iran, sondern auch Russland, so Asa-El. Russland habe historisch gesehen seit 1568 zwölf Kriege gegen die Türken geführt.
Asa-El sieht als mögliches Szenario das Auseinanderfallen Syriens und seine Aufteilung unter die verschiedenen Interessenparteien und meint dann: «Es gab eine Zeit, in der sich die Verantwortlichen in Jerusalem bei solchen Umwälzungen entschlossen, in das Geschehen einzugreifen. Doch die Erfahrung, wie die im ersten Libanonkrieg, hat auf schmerzliche Weise gezeigt, dass es in dieser Region keine verlässlichen Bündnispartner gibt, und dass sich der Einsatz nicht lohnt, vor allem dann, wenn es um den jüdischen Staat geht.» Er schliesst mit der Feststellung: «In jeder Hinsicht sind wir zu klein und unbedeutend, um eine neue Ordnung in der Region, in der wir leben, schaffen zu können. Darum bleibt uns nichts anderes übrig, als in aller Bescheidenheit die Entwicklung zu verfolgen und nur dann zu reagieren, wenn wir angegriffen oder provoziert werden.»
Asa-El hält fest, dass dies in Israel jeder verstehe, wenn es um Syrien gehe, aber nicht so sehr, wenn es um einen nuklearen Iran gehe: «Darum lassen Sie es mich laut und deutlich sagen: Wir sollten nichts, was in unserer Macht steht, unversucht lassen, um einen nuklearen Iran zu stoppen, ausser, den Iran selbst anzugreifen.»
Sein Argument ist Folgendes: So, wie sich die Dinge entwickeln, erhebt sich rundum Israel einer gegen den anderen, sodass sich das, was in Hesekiel 38,21 geschrieben steht, zu erfüllen beginnen scheint. Dort steht geschrieben, wie Gott selbst unter denen, die Richtung Jerusalem ziehen, Rivalität heraufbeschwören wird, sodass sie sich selbst untereinander umbringen werden und die Tore Jerusalems gar nicht erreichen werden.
In Ihm, der nach dem letzten Vers von Hesekiel 38 durch all das, was Er tun wird, Seinen grossen und heiligen Namen unter den Nationen und unter Israel kundmachen will, grüsst Sie herzlich mit Shalom
Ihr Fredi Winkler
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