Die Wüste Negev und die Südküste
Die Wüste Negev ist ein felsiges Trockengebiet, dessen Wüstenlandschaft hier und dort von einem grünen Kibbutz unterbrochen wird, der mit Wasserleitungen aus dem Norden versorgt wird. Dank zahlreichen russischen Immigranten hat sich die Bevölkerungszahl in den vergangenen Jahren drastisch vergrössert. Es sind Städte erbaut worden an unwirtlichen Orten, wo sonst nur ab und zu arabische Beduinen durchziehen, Kamele vorbeikommen und Kakteen wachsen.
Die Touristenattraktionen beschränken sich aufs Wandern und aufs Kamel- und Eselreiten. Der Gazastreifen liegt nur unweit entfernt und ist für Touristen gefährlich. Die beste Zeit für den Besuch der Wüste sind die Monate März und April, da das Wetter dann mild ist und die Wüste farbenprächtig blüht. Im Sommer ist die Hitze nicht auszuhalten und die Gegend um das Tote Meer herum wird unerträglich feucht. Ohne Wasser kommt man nicht weit. Doch empfiehlt es sich, im Sommer der Wüste fernzubleiben. Im Winter ist das Klima viel angenehmer, es kann aber durchaus auch harsch und sehr windig sein. Touristen sind dann am besten in Eilat aufgehoben, ein typischer Zufluchtsort der Europär im Winter.

Beer Sheba (Be'ersheva)
Beer Sheba ist seit 1990 enorm gewachsen und beherbergt Leute aus aller Welt: Russen, Zentraleuropäer, Albanier, Argentinier, Marokkaner, Syrier und Äthiopier haben sich hier niedergelassen. Viele Freiwillige helfen den Immigranten, sich in ihrer neuen Heimat zurechtzufinden. Die Hauptattraktion Beer Shebas ist der Beduinenmarkt am Donnerstag morgen, wo das Markten gelernt sein will. Hier kann man fast alles erstehen: Tiere, Kleider, Silberschmuck der Beduinen, Gewürze, Audiokassetten, Uhren, Früchte, Gemüse, Beduinengewänder, Teppiche, Kupfer- und Keramikware. Andere Sehenswürdigkeiten sind das Negev Museum, der Abrahams-Brunnen, die Ruinen von Tel Be'ersheva und die moderne Universität Ben-Gurion. Nachts ist in Beer Sheba einiges los. Die beliebtesten Treffpunkte sind die Pubs und die Kinos. Im Juli finden hier ein internationales Akkordeon und Harmonium Festival statt, das alles von Soul über Jazz, Blues und Klassik bis hin zu Pop bietet. In der Nähe von Be'ersheva liegt Arad, ein anderer bekannter Austragungsort eines jährlichen Rockfestivals, das mitte Juli jeweils Tausende von jungen Israeli und Touristen anlockt. Die meisten israelischen Rockstars lassen sich hier im Juli blicken, und es finden viele Randprogramme auf den Strassen statt.
Sdeh Boker ist eine lauschige Oase, welche aus dem Wüstenboden Oliven, Früchte und Weizen produziert. Hier hat sich damals Israels erster Ministerpräsident, David Ben-Gurion, nach seinem Rücktritt niedergelassen. Heute könen sein Haus, sein Grab und zwei international anerkannte Forschungsinstitute gleichen Namens besichtigt werden. (Für mehr Information siehe Abschnitt Eilat und das Rote Meer ).
Tief im Innern der Wüste Negev wurde 1940 ein riesiger Krater entdeckt, der andeutet, dass hier ein Asteroid mit der Erde kollidiert ist. Der Ramon Krater (Machtesh Ramon), wie er genannt wird, besteht aus einer grossen, steil abfallenden Fläche, die heute ein Naturschutzgebiet ist. Es ist ein Besucherzentrum eingerichtet worden, wo man sich über mögliche Wanderrouten und Jeeptouren informieren kann, die einem zu den Millionen Jahre alten Steinformationen und Lavagesteinen führen. Der Kibbutz Lahav befindet sich in der Nähe des Kraters wie auch ein Beduinenmuseum, welches die traditionelle Kultur dieses sich im Wandel befindenen Volkes bewahren möchte.
Ashkelon
Ashkelon ist eine der ältesten Städte der Welt und Zufluchtsort für viele neue Immigranten. Es verfügt über fantastische Strände und einen bekannten Nationalpark, der eindrückliche Überreste der philistinischen, griechischen, römischen und byzantinischen Kultur birgt. Auch die Marmeluken und die Kreuzzüge haben hier ihre Spuren hinterlassen. In manchen Teilen des Parks lassen sich gut erhaltene Statuen und Skulpturen finden. Migdal ist ebenfalls ein interessanter Bezirk mit Minaretten und einem Markt am Donnerstag. Auch das Nachtleben ist ausgelassen. Ashdod, nur unweit von Ashkelon gelegen, ist eher industriell, weist aber ebenfalls sehenswerte Ruinen, einen Markt am Mittwoch und einen Park auf. Im August findet dort das Mittelmeer Festival statt.


